Museumsstipendium „Kulturelle Vielfalt und Migration“ 2014-2015

Im Rahmen eines von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft geförderten Museums-Stipendium „Kulturelle Vielfalt und Migration“ - einem Pilotprojekt zur Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs mit Migrationshintergrund – war die Kultur- und Kunstwissenschaftlerin Emek Sarigül M. A. in den Jahren 2014/2015 im Frankfurter Goethe-Museum als Stipendiatin beschäftigt. Die „Interkulturelle Öffnung“ der Museen wird von der Bundesregierung im Integrationsplan von allen deutschen Kultur-Institutionen verlangt. Die Öffnung vollzieht sich in ihrem Selbstverständnis, in ihren inhaltlichen Programmen, in den Gremien und beim Personal. Aufgabe der Stipendiatin war die Konzipierung und Durchführung von Museumsprojekten, die der kulturellen und religiösen Vielfalt unserer von Migration geprägten Gesellschaft Rechnung tragen und „maßgeschneiderte“ Angebote für die vielfältig zusammengesetzten Zielgruppen zu erarbeiten. Schlüsselbegriffe dieser „interkulturellen“ Arbeit sind Partizipation und Multiperspektivität.

Im Rahmen ihrer Tätigkeit konzipierte und organisierte Emek Sarigül mit Hilfe des Ausstellungsteams im Goethe-Haus auf der Grundlage ihrer Forschung zum Thema „Migration und kulturelle Vielfalt“ im Jahr 2014 das interkulturelle Rahmenprogramm zur Ausstellung „Denn das Leben ist die Liebe. Marianne von Willemer und Goethe im Spiegel des ‚West-östlichen Divans’“. Die Ausstellung beleuchtete unter anderem Goethes intensive Beschäftigung mit dem Islam und dem persischen Nationaldichter Hafis. Im Rahmenprogramms wurden u.a. Kalligraphie-Werkstätten für Kinder und Erwachsene angeboten, ein Tag der offenen Tür mit verschiedenen Programmpunkten, ein partizipatives Schüler-Theaterprojekt und eine Lehrerfortbildung zum Thema „Goethe interkulturell“ angeboten. Um ihr Publikum ansprechen zu können, war zuvor ein interkulturelles Netzwerk aus Institutionen, die in ihrem Tätigkeitsbereich in Kontakt mit den zukünftigen, potentiellen Museumsbesuchern stehen. So wurden erstmals in Kooperation mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten kostenlose Goethe-Haus Führungen für Mitglieder aus Migrantenvereinen in „Einfacher Sprache“ durchgeführt, die auch in Zukunft zum Programm des Goethe-Hauses gehören werden. Zum Abschluss ihres Stipendiums kuratierte Emek Sarigül eine Vitrinen-Ausstellung mit dem Titel „Goethes interkulturelle Entwicklung.

Dankenswerterweise hat die Stiftung Polytechnische Gesellschaft dem Frankfurter Goethe-Haus ein nachfolgendes Stipendium ermöglicht. David Liuzzo wird in den kommenden zwei Jahren die Arbeit am Programm „Kulturelle Vielfalt“ fortsetzen.
 

 

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