Schiller-Rezitationen im 20. Jahrhundert
Schiller-Rezitationen im 20. Jahrhundert
von Alexander Moissi bis Gert Westphal
Balladen wie 'Der Taucher' oder 'Die Bürgschaft oder auch 'Das Lied von der Glocke' sind seit Schillers Lebtagen deklamatorische Exerzitien von Schülern und Laien gewesen, zugleich aber Prunkstücke professioneller Sprechkünstler. Die Verbindung von rhetorischem Schwung, dramatischer Spannung und sentimentaler Rührung, gewürzt mit einem Schuss kleinbürgerlicher Ethik, verfehlte selten ihre Wirkung. Am Beispiel von Schillers Balladen ließe sich ein ganzes Kapitel des Stilwandels literarischer Vortragskunst in Deutschland schreiben: von der Instrumentalisierung zu freiheitlichen und nationalideologischen Zwecken um 19. Jahrhundert bis hin zur Abwertung des sogenannten "Schillertons" im Naturalismus und den Avantgarden des 20. Jahrhunderts. Seitdem ist die "Kunst Schiller zu sprechen" (Ernst Bloch) problemtatisch, der pathetisch-erhabene Stil eine Verlegenheit. Dennoch haben Schauspieler und Vortragskünstler immer wieder die Auseinandersetzung mit Schillers Texten gesucht, darunter Rezitatoren und Vorleser wie Alexander Moissi, Fritz Kortner, Heinz Hilpert, Oskar Werner, Ernst Ginsberg, Eberhard Esche und Gert Westphal. Der Vortrag wird einige Aspekte der Schiller-Rezitation aufzeigen und an Hörbeispielen aus dem Phono-Archiv erörtern.
- Reinhard Meyer-Kalkus ist Wissenschaftlicher Koordinator am Wissenschaftskolleg zu Berlin und Professor für Deutsche Literatur an der Universität Potsdam. In jüngster Zeit ist er vor allem mit Untersuchungen zur Geschichte der literarischen Vortragskunst seit der Goethezeit hervorgetreten.
Daten der Veranstaltung
| Referent/in | Reinhard Meyer-Kalkus |
| Veranstaltungsort | Arkadensaal |
| Termin |
25.09.2009 von 19:00 Uhr bis 22:30 Uhr |
| max. Teilnehmerzahl | 190 |
| Veranstaltungskosten | Die Veranstaltung ist kostenlos. (Mitglieder) |
| 4,00 € (Gäste) | |
| Kontakt | Frau Strey |
| mstrey@goethehaus-frankfurt.de | |
| Telefon: | 069 / 13880-266 |
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