Philipp Otto Runge und die Metaphysik der Farben
1801 beteiligte sich Philipp Otto Runge an Goethes „Weimarer Preisaufgaben” und erntete herbe Kritik. Das war für ihn der Anstoß, ausgetretene Bahnen des Klassizismus zu verlassen. Auf dem Fundament der Religion wollte er eine radikal neue Kunst erschaffen, eine Landschaftskunst, die mit ihrer Natursymbolik seine „Ahnung von Gott” Gestalt werden lassen sollte. Bedeutendstes Dokument der Kunstauffassung Runges ist die Bildfolge der vier „Zeiten”, die er zunächst nur als Kupferstiche veröffentlichte, dann aber als monumentale Gemälde ausführen wollte. Licht und Farbe waren für ihn „die letzte Kunst und die uns noch immer mystisch ist und bleiben muß”. Runge betrieb systematische Farbstudien, über die er auch mit Goethe korrespondierte. In seiner „Farben-Kugel” legte er 1810 seine Überlegungen zum „Verhältnis aller Mischungen der Farben zueinander” dar. Das war aber nur die formale Seite des Problems. Aus den farbigen Fassungen des „Morgen” und aus zahlreichen Äußerungen in seinen Briefen ist zu erschließsen, dass für ihn Licht und Farbe metaphysische Dimensionen hatten, die er in seinen Bildern anschaulich machen wollte.
- Frank Büttner studierte Kunstgeschichte, Archäologie und deutsche Literaturwissenschaft. Er war von 1994 bis zur Pensionierung 2009 Professor für Kunstgeschichte an der Universität München. Ausstellungshinweis: ‚Kosmos Runge. Der Morgen der Romantik‘: 3. Dezember 2010 bis 13. März 2011: Hamburger Kunsthalle und 13. Mai bis 4. September 2011: Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München.
Daten der Veranstaltung
| Referent/in | Prof. Dr. Frank Büttner |
| Veranstaltungsort | Arkadensaal |
| Termin |
17.05.2011 von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr |
| max. Teilnehmerzahl | Die Zahl der Teilnehmer an dieser Veranstaltung ist nicht begrenzt. |
| Veranstaltungskosten | Die Veranstaltung ist kostenlos. (Mitglieder) |
| 4,00 € (Gäste) | |
| Kontakt | Martina Falkenau |
| info@goethehaus-frankfurt.de | |
| Telefon: | 069 / 13880-0 |
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