Mehr Licht - Goethe contra Schopenhauer im Streit mit Newton um die Farben

Goethes Protest gegen Newtons Theorie des Lichts und der Farben ist besser als man gemeinhin denkt. Er hat in Newtons wissenschaftsphilosophischer Selbsteinsch√§tzung eine entscheidende Schw√§che aufgedeckt: Newton glaubte, mithilfe prismatischer Experimente beweisen zu k√∂nnen, dass das Licht der Sonne aus Lichtstrahlen verschiedener Farben zusammengesetzt sei. Laut Goethe ist dieser √úbergang vom Beobachtbaren zur Theorie problematischer als Newton wahrhaben wollte. Und diese Einsicht Goethes gewinnt eine √ľberraschende Sch√§rfe, weil er plausibel machen konnte, dass sich alle entscheidenden prismatischen Experimente Newtons durch Vertauschung der Rollen von Helligkeit und Dunkelheit komplement√§r wiederholen lassen. Statt mit wenig Licht in der Dunkelkammer zu experimentieren, kann man mit d√ľnnen Schatten in hellen Umgebungen experimentieren, ohne den Reichtum der newtonischen Experimente zu verlieren. Das ist die Grundidee der Polarit√§t, die Goethe verfochten hat: Helligkeit und Dunkelheit sind gleichberechtigt. Schopenhauer trug dem in seiner eigenen Farbentheorie nicht angemessen Rechnung; abgesehen davon trat er mit denselben unreflektierten Beweisanspr√ľchen auf, die Goethe an Newton mit Recht kritisiert hat. Kein Wunder, dass der Dichter und der Denker zusammen auf keinen gr√ľnen Zweig kommen konnten.

Daten der Veranstaltung

Referent/in Prof. Dr. Olaf M√ľller
Veranstaltungsort Arkadensaal
Termin 26.04.2016
von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
max. Teilnehmerzahl Die Zahl der Teilnehmer an dieser Veranstaltung ist nicht begrenzt.
Veranstaltungskosten Die Veranstaltung ist kostenlos. (Mitglieder)
  4,00 ‚ā¨ (G√§ste)
Kontakt Kristin Wöckel
E-Mail anmeldung@goethehaus-frankfurt.de
Telefon: 069 / 13880-0

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