Literatur und Finanzkrise

240 Milliarden Euro für Finanzmarktstabilisierungen im Jahr 2008, 400 Milliarden Euro Haftung für Griechenland mit einem Versicherungswert von einer Billion Euro im Jahr 2011 – Summen wie diese wirken wie Zahlen aus furchtbaren Märchen, wie literarische Schreckensszenarien für eine düstere Zukunft der Menschheit. Der Boden wankt, es gibt kein Halten mehr. Märkte und Politik sind außer Kontrolle. Die Differenz zwischen Fiktion und Realität verwischt. Gleichzeitig werden Literaten zu Analysten der wirtschaftlichen Misere, das Verhältnis von Literatur und Wirtschaft steht auf dem Kopf: Galt die Literatur vielfach als Hort naiver Wirtschaftsblindheit und utopischer Träumerei, so  erscheinen ihre wirtschaftskritischen Einwürfe heute als berechtigt. Demgegenüber droht die Welt der Wirtschaft ihren Kredit zu verspielen. Sie vertraut auf gefährliche Fiktion und auf Spekulation. Doch ist diese Entwicklung so neu? Goethe jedenfalls,  selbst gewiefter Minister, der sich gar nicht so ungern mit Fragen von Staatspleite und Finanzreformen herumschlug, reflektierte die Folgen des anbrechenden Industriezeitalters in seinen Werken durchaus.

Im Rahmen der Goethe-Festwoche diskutieren Literaturwissenschaftler, Schriftsteller, Ökonomen und Banker miteinander über das Verhältnis zwischen der ökonomischen Welt der Literatur und der fiktionalen Welt der Ökonomie. Es moderiert Rainer Hank, Leiter der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Daten der Veranstaltung

Veranstaltungsort Schauspiel Frankfurt, Chagallsaal
Termin 23.09.2012
von 13:30 Uhr bis 16:00 Uhr
max. Teilnehmerzahl 150
Anmeldefrist 19.01.2012
Veranstaltungskosten Die Veranstaltung ist kostenlos. (Mitglieder)
Kontakt Martina Falkenau
E-Mail anmeldung@goethehaus-frankfurt.de
Telefon: 069 / 13880-0

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