Goethes Weg von Frankfurt nach Weimar

Goethe verließ seine Geburtsstadt Frankfurt am 30. Oktober 1775 in Richtung Süden und kam doch am 7. November 1775, morgens um 5 Uhr früh, mithin zu nächtlicher Stunde, in Weimar an. Tatsächlich ist Goethes Weg von Frankfurt nach Weimar nicht gemäß dem Befehl „kürzeste Route“ entworfen worden. Doch schließlich war es auch die entscheidende Reise seines Lebens. Frankfurt sah er nur noch sehr sporadisch und in der Regel auf der Durchreise wieder. Weimar wurde für mehr als ein halbes Jahrhundert zum Mittelpunkt seines Lebens. Bereits viele seiner Zeitgenossen waren irritiert über seinen  Entschluss, das Leben in der bedeutenden Freien Reichsstadt mit dem in der kleinen Residenz zu tauschen. Dass in den Augen vieler mit Goethe als Vorbild und Ratgeber in Fragen des Politischen nicht zu rechnen ist, hat maßgeblich damit zu tun, dass er  angeblich das Bürgerrecht Frankfurts mit den Privilegien des Höflings vertauschte. Noch immer neigen wir dazu, aus seiner Entscheidung die falschen Schlüsse zu ziehen.

 

  • Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar, stellt „Erklärungsansätze“ für Goethes Entschluss vor. Dabei wird deutlich, dass gerade dieser Wechsel der Lebensbühne mit seiner Rolle als Protagonist der Moderne zu tun hat. Was kursorisch betrachtet als die Entscheidung eines politischen Reaktionärs erscheinen könnte, erweist sich bei näherem Hinsehen als die Bereitschaft, ein von allen Traditionen befreites selbstbestimmtes Leben zu gestalten.

Daten der Veranstaltung

Referent/in Hellmut Seemann
Veranstaltungsort Arkadensaal
Termin 08.02.2011
von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
max. Teilnehmerzahl Die Zahl der Teilnehmer an dieser Veranstaltung ist nicht begrenzt.
Veranstaltungskosten Die Veranstaltung ist kostenlos. (Mitglieder)
  4,00 € (Gäste)
Kontakt Mona Strey
E-Mail mstrey@goethehaus-frankfurt.de
Telefon: 069 / 13880-266

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