Goethe und seine Verleger
Goethes Manuskriptenhandel
Der Vortrag setzt sich zum Ziel, die Vorstellung einer zu unmittelbaren und eindimensionalen Orientierung des Dichters und Wissenschaftlers Goethe am Geld zu differenzieren: Sein „klassisches“ Konzept von Kunstautonomie und Nachhaltigkeit entspricht vielmehr dem soziologischen Modell einer „umgekehrten Ökonomie“ symbolischer Güter: Demnach gewinnen langfristig vor allem jene Schriftsteller an Ansehen, die auf erwartbaren Erfolg sowie auf eine Gewinnmaximierung bewusst verzichten und allein auf Qualität setzen. Die Evidenz und innere Plausibilität dieses autonomieästhetischen Konzepts, das sich auch in zahlreichen Aufsätzen und brieflichen Aussagen Goethes niederschlägt, führt trotz relativ geringer Verkaufszahlen zu internationaler Anerkennung als bedeutender Autor. Im Unterschied zu rasch produzierten, aber vergleichsweise kurzlebigen und anspruchslosen „Bestsellern“ etablieren die in mühevoller Verbesserungsarbeit hergestellten mittleren und späten Werke Goethes auf dem Buchmarkt langfristig den Typus des „Longsellers“. Die von Goethe vertretene künstlerische Autonomie hat mithin bemerkenswerte Folgen auch für die Entwicklung des modernen Buchmarktes.
Norbert Christian Wolf ist nach Promotion und Habilitation an der Freien Universität Berlin seit 2009 Universitätsprofessor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Salzburg. Zu seinen Forschungsgebieten gehören u. a. die deutschsprachige Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts, die Literatursoziologie und -theorie.
In Kooperation mit dem Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster
Daten der Veranstaltung
| Referent/in | Prof. Dr. Norbert Christian Wolf |
| Veranstaltungsort | Karmeliterkloster |
| Termin |
06.11.2012 von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr |
| max. Teilnehmerzahl | 100 |
| Anmeldefrist | 04.11.2012 |
| Veranstaltungskosten | Die Veranstaltung ist kostenlos. (Mitglieder) |
| 4,00 € (Gäste) | |
| Kontakt | Martina Falkenau |
| anmeldung@goethehaus-frankfurt.de | |
| Telefon: | 069 / 13880-0 |
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