Goethe und seine lieben Deutschen

Ansichten einer schwierigen Beziehung

 

„Sie mögen mich nicht! Das matte Wort! Ich mag sie auch nicht! Ich habe es ihnen nie recht zu Danke gemacht.“ Goethes zornige Bemerkung über die Deutschen charakterisiert das schwierige Verhältnis des Dichters zu seinen Landsleuten – und umgekehrt. Goethe hielt seine Landsleute für kulturell rückständig, in geistiger Enge ohne Leichtigkeit und Kunstverständnis. Die zeitgenössischen politischen Bewegungen für eine nationale Einigung betrachtete er distanziert, vom Pathos der Befreiungskriege ließ er sich nicht anstecken. Sie wiederum warfen ihm unmoralisches Verhalten vor, sein Werther verleite die Menschen zum Selbstmord, die Römischen Elegien und Wilhelm Meisters Lehrjahre galten als unsittlich, seine Lebensgemeinschaft mit Christiane Vulpius als skandalös, seine Verehrung für Napoleon als Verrat.

In seinem 2010 veröffentlichten Buch zeichnet der Kulturhistoriker Eckart Kleßmann an Goethes Biographie entlang die schwierige Beziehung zur deutschen Kunst und Kultur, zur deutschen Sprache, zur deutschen Landschaft nach. Er bringt uns Goethes Plädoyer für eine Weltliteratur wieder nahe, beleuchtet sein ambivalentes Verhältnis zum Judentum und seine Vorstellungen von Deutschlands politischer und wirtschaftlicher Verfassung.

 

  • Eckart Kleßmann schrieb u.a. Bücher über die deutsche Romantik und mehrere Biographien, darunter ‚E.T.A. Hoffmann’, ‚Christiane. Goethes Geliebte und Gefährtin’, ‚Napoleon’. Für seine Darstellungen historischer Themen wurde er mit dem Lion-Feuchtwanger-Preis der Berliner Akademie der Künste ausgezeichnet.

Daten der Veranstaltung

Referent/in Eckart Kleßmann
Veranstaltungsort Arkadensaal
Termin 16.02.2011
von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
max. Teilnehmerzahl Die Zahl der Teilnehmer an dieser Veranstaltung ist nicht begrenzt.
Veranstaltungskosten 3,00 € (Mitglieder)
  6,00 € (Gäste)
Kontakt Mona Strey
E-Mail mstrey@goethehaus-frankfurt.de
Telefon: 069 / 13880-266

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