Goethe und Rousseau
Er hält viel von Rousseau, ist jedoch kein blinder Anbeter von demselben
(Johann Christian Kestner über Goethe)
Am 28. Juni jährt sich zum dreihundertsten Mal er Geburtstag von Jean Jacques Rousseau (1712–1778), der, als Schweizer Handwerkerssohn, niemals eine Universität von innen gesehen hat, dreißigjährig nach Paris, in die Hauptstadt der europäischen Aufklärung, kommt und ein ganzes Jahrhundert in die Schranken fordert. Dass Goethe an dieser Jahrhundertgestalt nicht vorbeikam, dass er dem Lebensreformer Rousseau viele Jahrzehnte lang huldigte und sich mit dem Homo religiosus, dem Erziehungstheoretiker, dem Naturforscher ein Leben lang auseinandersetzte, verrät sich in seinem Werk von der Zeit des ‚Werther‘ an bis in die letzten Lebensjahre. Dem Verfasser des ‚Contrat social‘ als einem Beförderer der Französischen Revolution konnte er zwar nichts abgewinnen, desto mehr aber seinen Religionsauffassungen, seiner Fortschrittsskepsis und seiner Naturzugewandtheit. Ähnlich den verfolgten Häretikern in Gottfried Arnolds ‚Kirchen- und Ketzer-Historie‘ sah er in dem Autor der ‚Confessions‘ einen Märtyrer, und wo er ihm widersprechen musste, geschah es mit mehr Respekt, als Rousseau-Kritiker wie Nietzsche und Thomas Mann um 1900 für angebracht hielten. Ein Gang durch das Werk Rousseaus ebenso wie durch das Werk Goethes wird Johann Christian Kestners frühes Urteil in vieler Hinsicht bestätigen.
Daten der Veranstaltung
| Referent/in | Prof. Dr. Christoph Perels |
| Veranstaltungsort | Seekatzsaal |
| Termin |
28.06.2012 von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr |
| max. Teilnehmerzahl | 60 |
| Anmeldefrist | 26.06.2012 |
| Veranstaltungskosten | Die Veranstaltung ist kostenlos. (Mitglieder) |
| 4,00 € (Gäste) | |
| Kontakt | Martina Falkenau |
| anmeldung@goethehaus-frankfurt.de | |
| Telefon: | 069 / 13880-0 |
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