Eigensinn und Geselligkeit

Matthias Claudius im Kontext seiner Zeit

 

Matthias Claudius (1740 –1815), Zeitgenosse Goethes, ist im allgemeinen Bewusstsein nur noch mit wenigen Versen lebendig – darunter das Abendlied ‚Der Mond ist aufgegangen‘, ‚Der Tod und das Mädchen‘, ‚Kriegslied‘. In einer hauptsächlich am Zentralgestirn der Weimarer Klassik orientierten Literaturgeschichtsschreibung wird er immer noch unter die „AuĂźenseiter der Zeit“ gezählt. Seiner Selbststilisierung als einfältiger Wandsbecker Bote nach der Titelfigur der von ihm redigierten Zeitung bingen schon die Zeitgenossen auf den Leim. Hinter dem Bild des frommen Idyllikers und Familienvaters wurde häufig ĂĽbersehen, wie engagiert dieser eigensinnige und innerlich selbständige Mann am Zeitgeschehen teilnahm: als Journalist, „Homme de Lettres“ und Poet, mit humorvoll-kritischen Kommentaren, Randglossen und Widerreden. Nur selten wurde bemerkt, wie viele Spuren der Austausch mit den bedeutendsten Köpfen der Zeit in seinem schmalen Werk hinterlassen hat. Das zeigt sich besonders bei einer biographischen Annäherung, die sich mit Goethe vornimmt, „den Menschen in seinen Zeitverhältnissen darzustellen“. Die von  Annelen Kranefuss verfasste Biographie, die Leben und Werk dieses originellen Mannes durch das Gegensatzpaar „Eigensinn und Geselligkeit“ bestimmt sieht, erscheint im FrĂĽhjahr 2011 im Verlag Hoffmann und Campe.

 

  • Annelen Kranefuss war nach dem Studium der Literaturwissenschaft in Göttingen, das sie mit einer Dissertation ĂĽber Matthias Claudius' Lyrik abschloss, bis 2000 Literatur-Redakteurin im Westdeutschen Rundfunk Köln.

 

Daten der Veranstaltung

Referent/in Dr. Annelen Kranefuss
Veranstaltungsort Arkadensaal
Termin 17.06.2011
von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
max. Teilnehmerzahl Die Zahl der Teilnehmer an dieser Veranstaltung ist nicht begrenzt.
Veranstaltungskosten 3,00 € (Mitglieder)
  6,00 € (Gäste)
Kontakt Martina Falkenau
E-Mail info@goethehaus-frankfurt.de
Telefon: 069 / 13880-0

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