„Rhein – Reise – Romantik“.

Brentano-Kolloquium
10.09. – 12.09.2010 in Koblenz

„Am Rheine schweb’ ich her und hin…“

Der am 9. September 1778 in Ehrenbreitstein geborene Clemens Brentano, einer der bedeutendsten Schriftsteller der deutschen Romantik, hat nicht nur seine Kindheit am Rhein verlebt, sondern durch seine literarischen Texte auch unser Bild von der Rheinlandschaft entscheidend mitgeprägt. In seinem Gedicht „Zu Bacharach am Rheine...“ erschuf er die weltberühmt gewordene Figur der Lore Lay, die im Sommer 1802 gemeinsam mit dem „Herzbruder“ Achim von Arnim unternommene Rheinreise gab den Auftakt zur sog. Rheinromantik, und in den „Märchen vom Rhein“ schließlich erklärte er den Fluss samt seiner Umgebung zum Hort der Poesie schlechthin und ließ ihn so vollends zu einer Sehnsuchtslandschaft werden.

Diesem engen Bezug zwischen Koblenz sowie dem Rhein einerseits und dem Dichter andererseits will das Brentano-Kolloquium nachgehen, das vom 10. bis zum 12. September 2010 in Koblenz-Ehrenbreitstein stattfindet. Im Zentrum des Kolloquiums stehen insgesamt sechs, von ausgewiesenen Experten gehaltene Vorträge zum Thema, die in allgemein verständlicher Form die Kulturgeschichte der Rheinlandschaft beleuchten, die Ursprünge der Rheinromantik illustrieren und Clemens Brentanos Anteil an der Schaffung des romantischen Rhein-Mythos ins Bewusstsein rücken. Umrahmt werden die Vorträge durch eine Reihe weiterer Veranstaltungen, darunter eine Ausstellung, einen Liederabend, eine Lesung, ein Hörspiel und eine Theaterproduktion.


Die Vorträge (Coenen Palais) und die Referenten


11. September

 

10.00 bis 11.00 Uhr
PD Dr. Wolfgang Bunzel (Frankfurter Goethe-Haus/Freies Deutsches Hochstift) Die Erfindung der Rhein-Romantik. Clemens Brentanos und Achim von Arnims Rhein-Reise

PD Dr. Wolfgang Bunzel, Jahrgang 1960, leitet seit 2007 die Brentano-Redaktion im Freien Deutschen Hochstift und lehrt Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt a.M.


11.30 bis 12.30 Uhr
Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann (Heinrich Heine-Universität Düsseldorf)
Mythos Rhein – zur Kulturgeschichte eines Stromes

Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann, Jahrgang 1942, ist seit 2003 Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Heinrich Heine-Universität in Düsseldorf und Leiterin des dort ansässigen Instituts „Moderne im Rheinland“.
Rheinlandes.


15.30 bis 16.30 Uhr
Dr. Mario Kramp (Leiter des Mittelrhein-Museums Koblenz)
Romantische Landschaftswahrnehmung

Dr. Mario Kramp leitete bis zum Juni 2010 das Mittelrhein-Museum in Koblenz und ist seither Leiter des Kölnischen Stadtmuseums.


16.30 bis 17.30 Uhr
Dr. Susanne Kiewitz (Max-Planck-Gesellschaft, Berlin)
Der Rhein in der Literatur um 1800

Dr. Susanne Kiewitz, in Berlin im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig, promovierte 2004 mit einer Arbeit über die „Poetische Rheinlandschaft. Die Geschichte des Rheins in der Lyrik des 19. Jahrhunderts“.


12. September
 

10.00 bis 11.00 Uhr
Dr. Holger Schwinn (Frankfurter Goethe-Haus/Freies Deutsches Hochstift) Zwischen Freundschaftsbund und Produktionsgemeinschaft – die „Liederbrüder“ Clemens Brentano und Achim von Arnim

Dr. Holger Schwinn ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Brentano-Abteilung im Frankfurter Goethehaus. 1997 erschien seine Dissertation „Kommunikationsmedium Freundschaft. Der Briefwechsel zwischen Ludwig Achim von Arnim und Clemens Brentano in den Jahren 1801 bis 1816“.


11.30 bis 12.30 Uhr
Dr. Armin Schlechter (Pfälzische Landesbibliothek Speyer)
Eine Rhein-Reise und die Folgen – zur Ursprungsgeschichte von Armins und Brentanos Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“

Dr. Armin Schlechter arbeitete zunächst an der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, war anschließend Leiter der Handschriftenabteilung an der Universitätsbibliothek Heidelberg und leitet seit 2008 die Handschriftenabteilung im Landesbibliothekzentrum Speyer.

Eintrittspreise: 5 Euro für je zwei Vorträge

Das kulturelle Begleitprogramm
(Liederabend – Lesung – Ausstellung – Hörspiel)

Freitag, 10. September 2010


18 Uhr
Eröffnung der Ausstellung „Clemens Brentano, Koblenz und der Rhein“

Mutter Beethoven-Haus, Wambachstraße 204


19 Uhr
Eröffnung der Bildpräsentation:

EDITHA Pröbstle – Illustrationen zu Clemens Brentanos Märchen


20 Uhr
Liederabend „Des Knaben Wunderhorn“

Der österreichische Bariton Wolfgang Holzmair, der als Lied- und Opernsänger regelmäßig in den internationalen Musikzentren auftritt und dabei mit den führenden europäischen und amerikanischen Orchestern, mit Dirigenten wie Blomstedt, Boulez, Chailly, Harnoncourt, Norrington und Ozawa zusammenarbeitet, und die Pianistin Therese Lindquist präsentieren ein Programm rund um Texte aus der von Clemens Brentano und Achim von Arnim zusammengetragenen Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“. Neben Repertoireklassikern wie Brahms, Mahler, Mendelssohn und Schumann servieren die beiden am Salzburger Mozarteum lehrenden Interpreten auch besondere musikalische Raritäten, Vertonungen beispielsweise von Arnold Schönberg, Franz Schreker, Erich Zeisl und Robert Schollum. Den Abend eröffnen wird Holzmair mit Luise Reichardts „Wassernot“, besser bekannt als „Mosel-Eisgangs-Lied“. Die Reichardt, Tochter von Johann Friedrich Reichardt und eine Zeitgenossen Brentanos, erbte als Harfenistin und Liedkomponistin das väterliche Talent und dirigierte als erste Frau öffentliche Konzerte.

Ort: Coenen Palais, Hofstraße 272

Eintrittspreis: 18 Euro, Ermäßigung für Schüler und Studenten 5 Euro


Samstag, 11. September 2010


14 Uhr
Literarische Führung durch Ehrenbreitstein

Nur wenige Schritte vom Coenen-Palais entfernt erblickte Clemens Brentano am 9. September 1778 im Haus seiner Großmutter Sophie La Roche, die mit ihrer „Geschichte des Fräulein von Sternheim“ gerade einen der größten empfindsamen Bestseller geschrieben hatte, in der Hofstraße in Ehrenbreitstein das Licht der Welt. In einem Haus, in dessen Salon die literarische Elite der Zeit immer wieder zu Gast war, darunter auch der junge Goethe. Mehr als 200 Jahre später, am 20. September 1904, wurde gleichfalls in Ehrenbreitstein der Schriftsteller, Journalist und Mäzen Joseph Breitbach geboren, dessen Stiftung den nach ihm benannten Preis verleiht, eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen in Deutschland. Folgen Sie Manfred Diehl auf literarischen Spuren durch Ehrenbreitstein.

Treffpunkt: Coenen Palais, Hofstraße 272

Eintrittspreis: 5 Euro


20 Uhr
Lesung „Der Knabe singt’s im Wunderhorn“

2005, zum 200. Geburtstag der Brentano/Arnimschen Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“, lud der Heidelberger Schriftsteller, Kritiker und literarische Stadtführer Michael Buselmeier, Jahrgang 1938, Schriftsteller und Geisteswissenschaftler aus ganz Europa dazu ein, eigene Texte – Gedichte, Prosastücke oder Essays – zu einer Anthologie beizutragen, die sich der Heidelberger Romantik und speziell dem „Wunderhorn“ widmen und nach deren Aktualität fragen sollte. Ergebnis ist eine stilistisch höchst vielfältige Sammlung, zu der unter anderem Oskar Pastior, Ulf Stolterfoth, Ferdinand Schmatz, Dorothea Grünzweig und Uwe Kolbe Beiträge lieferten. Buselmeier, der im vergangenen Jahr mit Michael Braun die Anthologie „Der gelbe Akrobat. 100 deutsche Gedichte der Gegenwart“ veröffentlichte, wird Beispiele aus „Der Knabe singt’s im Wunderhorn“ vorstellen – ebenso unterhaltsam wie informativ verquickt mit seinem umfassenden Wissen über die Heidelberger Romantik einst und heute.

Ort: Coenen Palais, Hofstraße 272

Eintrittspreis: 10 Euro, Ermäßigung für Schüler und Studenten 2 Euro


Sonntag, 12. September 2010


15.30 Uhr
Visualisierung des Hörspiels „Strom – Strömung“ von Ute-Christine Krupp

„Es könnte doch sein, dass man einen Wasserhahn aufdreht und ein ganzer Ozean kommt heraus.“ Diesen Satz von Peter Sloterdijk hat die 1962 in der Pfalz geborene Ute-Christine Krupp ihrem Hörspiel vorangestellt, das sich mit „dem Strom“, genauer: mit dem Rhein auseinandersetzt, Sehnsuchtsziel nicht nur der Romantik. Mit den Gedanken der Passagiere an Bord eines Rheinschiffes, die sich mit dem Fließen des Stroms bewegen, zu Assoziationen und Bildern abschweifen. Die Banalität der touristisch aufbereiteten Rheinattraktionen, die Gedanken und Orte von Dichtern am Rhein, eine Rheinlieder übende Sängerin. All das fließt zu einem akustischen Tableau zusammen, das an diesem Nachmittag zu Gehör gebracht und visualisiert wird. Ute-Christine Krupp, die als Autorin, Kritikerin und Herausgeberin in Köln und Berlin lebt und u. a. mit dem Joseph Breitbach- und dem Martha Saalfeld-Förderpreis ausgezeichnet wurde, ist dabei anwesend und zum Gespräch bereit.

Ort: Mutter Beethoven-Haus, Wambachstraße 204

Der Eintritt zur Veranstaltung, in deren Anschluss eine Führung durch die Brentano-Ausstellung angeboten wird, ist frei.

Daten der Veranstaltung

Veranstaltungsort Koblenz (Coenen Palais, Mutter Beethoven-Haus)
Termin 10.09.2010 18:00 Uhr bis
12.09.2010 20:00 Uhr
max. Teilnehmerzahl Die Zahl der Teilnehmer an dieser Veranstaltung ist nicht begrenzt.
Veranstaltungskosten Die Eintrittspreise entnehmen Sie bitte dem Flyer: http://brentano-kolloquium.blogspot.com/ €
Kontakt Kulturamt der Stadt Koblenz
E-Mail thomas.preusser@koblenz.stadt.de
Telefon: 0261 / 129 19 04

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